Martin Hoff

Vita
Plötzlich und völlig unerwartet ist er am Samstag, 27. August 2016 im Alter von nur 51 Jahren verstorben. Wir trauern um Martin Hoff und sind mit tiefer Anteilnahme in Gedanken bei seiner Familie, allen Angehörigen und Freunden! Er hinterlässt menschlich wie künstlerisch eine große Lücke.

Martin Hoff studierte in Dresden an der Hochschule für Musik CARL MARIA VON WEBER Dirigieren bei Prof. Hartmut Haenchen und Prof. Siegfried Kurz sowie Korrepetition und Klavier. Bereits ein Jahr vor Abschluss des Studiums erhielt er sein erstes Engagement als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Opernhaus Halle; später war er dort Studienleiter und Kapellmeister.

Von 1997 bis 2004 war Martin Hoff am Südthüringischen Staatstheater Meiningen als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD engagiert. Dort dirigierte er zahlreiche Werke des Musiktheaters (Oper, Operette, Musical) u.a. »Der Rosenkavalier«, »Der fliegende Holländer«, »Tristan und Isolde«, »Die Zauberflöte«, »Die Fledermaus«, »Rigoletto«, »La Cage aux folles«, aber auch Ballettabende wie »Feuervogel«, »Dornröschen« oder »Giselle«.

Seit Beginn der Spielzeit 2004/05 war Martin Hoff als 1. Kapellmeister am DNT Weimar engagiert und dirigierte dort u.a. »Salome«, »Elektra«, »Turandot«, »Don Carlo«, »Rigoletto«, »Zauberflöte«, »Don Giovanni«, »Nabucco«, »Jenufa«, »Carmen«, »Wildschütz«, »Hänsel und Gretel«, »Madama Butterfly« Schostakowitschs »Lady Macbeth von Mzensk«, Prokofjews »Der feurige Engel«, Mussorgskis »Chowanschtschina« und Verdis »Luisa Miller«. Er war maßgeblich an der Einstudierung des gefeierten Weimarer »Ring des Nibelungen« beteiligt und leitete seit der Spielzeit 2008/09 alle Ring-Vorstellungen sowie fünf komplette Zyklen.

Martin Hoff hatte aber nicht nur die Standardwerke des Musiktheaters im Repertoire, sondern auch seltener gespielte Werke, wie zum Beispiel Rimsky-Korsakows »Märchen vom Zaren Saltan« oder Beethovens »Leonore« (Urfassung Fidelio von 1805). Mit beiden Stücken gastierte er erfolgreich an der Komischen Oper Berlin, wo er in der Spielzeit 2011/12 auch die Wiederaufnahme von Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« leitete. Weitere Gastdirigate führten ihn u.a. nach Nürnberg, Dessau, Detmold, Magdeburg, Brandenburg, Meiningen, Ulm, zu den Schwetzinger Festspielen, zu den Göttinger Symphonikern und zum Helsingborg Symfonieorkest. Im Herbst 2016 gibt er sein Debüt bei der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Sein Konzertrepertoire umfasst u.a. Werke von Mozart, Haydn, Sibelius, Mendelssohn, Dvorák, Tschaikovsky, Liszt und Strauss.

Mit dem Thüringischen Kammerorchester Weimar verband Martin Hoff seit 2004 eine enge und regelmäßige Zusammenarbeit. Neben zahlreichen Konzerten in ganz Deutschland erfolgten auch die Veröffentlichung mehrerer CDs mit Werken von Hummel, Stamitz und dem Singspiel »Erwin und Elmire«, komponiert von der Weimarer Großherzogin Anna Amalia. Zuletzt erschien eine Einspielung mit Mozarts Klarinettenkonzert KV 622 in einer Interpretation des Klezmer-Klarinettisten Helmut Eisel. Seit Beginn des Wintersemesters 2011 erfüllte Martin Hoff einen Lehrauftrag für Dirigieren an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar.